Eid ul Fitr 2021 (mit Videos)

Genug Fleisch für’s Ramadan-Fest

Familie Jammeh und das ganze Team von Help the poor and the needy e.V. wünschen allen Muslimen ein gesegnetes Eid ul Fitr.

Wie jedes Jahr konnten wir auch dieses Jahr trotz Corona wieder unsere Zahl der Ramadan Pakete und dieses Jahr auch die Zahl der Bullen, die wir geschlachtet haben, erhöhen. 674 Lebensmittelpakete waren es am Ende und vier Bullen, 3 Kg Fleisch für ca 300 Familien konnten wir an die Bedürftigen verteilen.

Ein langer Tag begann

Um 4.30 Uhr begann für uns der Dienstag vor dem Fest. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, ob es unser letzter Fastentag in diesem Ramadan sein wird, denn die Mondsichtung am Abend war noch in weiter Ferne. Um 7 Uhr ging es dann Richtung Viehmarkt. Ich blieb zu Hause, denn nach und nach trudelten die ersten Helfer ein. Nach 13 Uhr kamen dann die Bullen.

Vier Bullen, Vier Sprünge

Mit einer gute Verhandlungstaktik und noch ein wenig mehr Geld als gespendet wurde, konnten wir statt der drei geplanten Bullen sogar vier Bullen kaufen. Die stattlichen Tiere wurden dann von einem Transporter zu uns gebracht. Vier Schlachter waren auch gleicht dabei. Allein die Sprünge der mächtigen Tiere vom Transporter war schon ein Erlebnis wert. Die Vier wurden an verschiedne Bäume gebunden und warteten auf ihr Schicksal.

Wie bezwinge ich einen Bullen

Dann ging alles ziemlich schnell. Sie warfen Seile zwischen die Beine der Bullen, zogen sie stramm und brachten sie so zu Fall. Liegend wurden dann die vier Beine zusammengebunden und so war das Tier außer Gefecht. Einer von unseren Mitarbeitern hatte mir angeboten mit mir und einem so hilflosen Bullen ein Foto zu machen, aber das fand ich dann doch nicht so passend. Das Schächten ist dann nicht viel anders als bei den Schafen nur dauert es länger bis die Tiere ausgeblutet sind.

Die Bullenfüsse

Ein Mann war ausschließlich damit beschäftigt, die Kuhfüße essbar zu machen. Dazu kochte er Wasser auf dem offenen Feuer in einer großen Metallschüssel. Die Füße wurden dann immer wieder dort hineingelegt, um das Fell und Teil der Hufe weich zu machen und zu entfernen. Auch die Schwänze wurden auf diese Art bearbeitet. Am Ende gab es einen großen Teller mit 16 Füßen und 4 Schwänzen zum Verteilen.

Aufteilen der Fleischberge

Das Zerteilen der Tiere dauerte dann doch einige Stunden. Die Schlachter gingen mit ihren Macheten zu Werke. Immer wieder schärfen und dann in minutiöser Kleinarbeit erst das Fell vom Fleisch trennen. Das Fell nahmen sie dann als Unterlage, um das Fleisch nicht in den Sand zu legen. Zwischendurch wurde es auch mal sehr grob, wenn sie mit der Machete auf die Knochen einschlugen. Die großen Bottiche mit den Fleischbrocken kamen dann zur Terrasse, wo unsere Büromannschaft und einige Helfer saßen und das Fleisch in 3-Kg-Portionen teilten. Die Gespräche bei der Arbeit drehten sich wie in jedem Jahr wieder darum, wer welche Teile des Tieres am liebsten aß. Und so wurde geschnitten, gewogen, gepackt bis zum Fastenbrechen und darüber hinaus.

Seit dem ersten Messerstich immer dabei: Die Aasgeier. Zirka 40 Aasgeier blieben ganze zwei Tage auf unserem Grundstück bis auch die letzten Überreste der Bullen vernichtet waren.

In der Dämmerung tauchte plötzlich ein Schwarm Mücken auf, der es auf mich abgesehen hatte. So verzog ich mich bis zum Fastenbrechen ins Haus, doch einige hatte mich trotzdem erwischt. Auf meine Hände hatten sie es abgesehen.

Kurze Pause: Fastenbrechen

Unsere liebe Binta kochte dann für alle ein leckeres Stew, gebratenes Gemüse mit Fleisch in einer Tomaten-Zwiebelsoße. Dazu gab es Reis oder Baguette. Doch zunächst wollten viele für das erste Fastenbrechen um 19.30 Uhr erst Tee mit Datteln. Ein großer Teller für die zehn Männer und ein kleinerer für die Frauen wurde gereicht und sie saßen im Garten und aßen gemeinsam. Die von uns gereichten Löffel wurden abgelehnt, sie aßen lieber mit der Hand. Frisch gestärkt ging es dann gegen 20 Uhr weiter mit dem Packen des Fleisches.

Der Abtransport

Unser Fahrer hatte zwischen durch noch vier weitere Säcke Reis für Zakat-ul-Fitr abgeholt. Sie und sechs große Bottiche mit den ca. 300 Portionen Fleisch mussten nun nach Bakau. Wenn wir es mit unserem Auto gemacht hätten, müssten wir ca 4 mal die 5 Km hin und her fahren. Mit dem Verteilen der Fleischtüten hätte es wahrscheinlich die ganze Nacht gedauert. So wurde kurzerhand ein Bruder mit einem kleinen LKW angerufen, der auch 15 Minuten später vor der Tür stand. Bei der Einfahrt hätte er beinahe die andere Seite unserer Einfahrt in Trümmer gelegt, wie letztes Jahr mit den Schafen, aber es ging gerade noch einmal gut.

Um 21.30 Uhr dann die Abfahrt nach Bakau mit dem Fleisch, dem Reis und allen Helfern. Einige nahmen auf der Ladefläche Platz. Meine Kinder und ich konnten dann auch unser Fasten brechen und beten. Mein Mann kam dann gegen 0.00 Uhr zurück, todmüde aber sehr glücklich über diesen gelungenen Einsatz.

Danksagung

Unser großer Dank geht an alle, die dieses großartige Event möglich gemacht haben. Danke, dass ihr das Leben von mittlerweile mehr als 400 Familien sehr viel liebenswerter gemacht habt als noch vor einigen Jahren. Der Lebensstandard der Bewohner in Bakau hat sich sehr gebessert.

Unseren Verein zeichnet aus, dass wir uns sowohl um die individuelle Hilfe Einzelner als auch um das Gemeinwohl (Bau einer Schule) kümmern. Gerne würden wir uns auch an dem Strassenbau und der Schließung der Abwasserkanäle beteiligen, denn das ist ein Problem, das zum Himmel stinkt, im wahrsten Sinne des Wortes. Auch ein Projekt Reis (oder Zucker) statt Plastik würde ich gerne voranbringen, doch da fehlen uns noch einige Manpower Kapazitäten.

Die Idee ist, dass alle, die uns 2 Kg Plastikmüll von der Strasse liefern, dafür ein Kilogramm Reis oder Zucker erhalten. Noch hapert es anders Organisation, aber das wäre noch ein großer Wunsch von mir. So würden wir nicht nur noch mehr Personen mit Reis versorgen können, sonder auch noch die Strassen vom Müll befreien.

Mittlerweile sind wir weit über Bakau’s Grenzen hinaus bekannt. Kürzlich waren sogar zwei Frauen aus dem Senegal bei uns, die von unserer Einrichtung gehört haben.
So bleibt uns bitte treu und spendet weiter. Es kommt dort an, wo es am meisten gebraucht wird. In shaa Allah.

Schöne Feiertage an alle, denn heute feiern ja nicht nur die Muslime. Danke!

Wer uns unterstützen möchte gerne unter
Help the poor and the needy e.V.
IBAN DE63 1002 0500 0003 2912 03

Fragen beantworte ich gerne unter mail(at)helpthepoor.de

Die Verwendungszwecke unserer Projekte sind zur Zeit folgende:

  • CO2021 = Coronahilfe
  • TR2021 = Transportgebühren Container
  • SC2021 = Schule
  • OD2021 = Offene Spende
  • SP2021 = Nähschule
  • SF2021 = Schulgebührenfonds
  • BF2021 = Baufonds
  • SO2021 = Solarlampen für den Friedhof
  • KB2021 = Kurban
  • ZA2021 = Zakat

Nun kommt eine Foto/Videostrecke über die Ereignisse des 11.5.2021

Der Mann für die Kuhfüße
Bereit zum Kochen
Die Aasgeier
Fastenbrechen
Weiterarbeiten bei Nacht

  1. ich finde es eine sehr schöne Aktion, die Sie Ende des Ramadan für die gambischen Familien
    angefangen haben, gerne würde ich mich mit einer Spende kommendes Jahr beteiligen,
    alles Gute für Sie und Ihre Helfer,
    Angelika

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